Jahresprogramm 2010 Verein für Geschichte- Mehrtägige Fahrten (Galerie Wehr)

Mehrtägige Studienfahrten

Montag, 10. bis Sonntag, 16. Mai 2010
Siebentägige Studienfahrt ins Loiretal und zu drei UNESCO-Weltkulturerbestätten Frankreichs: "Reims –; Chambord und die Kulturlandschaft des Loiretals - Chartres"
Diese außergewöhnliche Studienreise ins Herz Frankreichs verbindet gleich drei UNESCO-Weltkulturerbestätten: Die Kulturlandschaft des Loiretals (seit 2000), Reims (seit 1991), Chartres (seit 1979). Das Loiretal präsentiert sich als Wiege der Renaissance in Frankreich. Von nur zwei zentralen Standorten aus (Blois und Saumur) besichtigen wir sternförmig die bedeutendsten Schlösser, in denen Geschichte geschrieben wurde, herrliche Gärten, imposante Sakralbauten und malerische Altstädte. Dabei folgen wir den Spuren von Heiligen und Mätressen, Königen, Literaten und Künstlern.

Geplanter Reiseverlauf:
1.Tag: Montag, 10. Mai 2010: Über Reims und Orléans an die Loire
Anreise über die Eifelstrecke nach Luxemburg. Hier erwartet uns unser Reiseleiter, Herr Roland Reißmann. Weiterfahrt durch die Ardennen nach Reims. Kurze Stadtführung durch Reims mit den Schwerpunkten Kathedrale Notre Dame und Basilika Saint Rémy. Mittagspause als Picknick. Weiterfahrt nach Orléans, wo wir das Rathaus und die Kathedrale Sainte Croix besichtigen. An den Ufern der Loire entlang erreichen wir die alte Königsstadt Blois. Abendessen und Übernachtung im Hotel Holiday Inn Blois.

2.Tag: Dienstag, 11. Mai 2010: Die Schlösser Blois und Chambord
Nach dem Frühstück kunsthistorischer Spaziergang mit unserem Reiseleiter:
auf den Spuren des Heiligen Ludwig bei einem Rundgang durch das Kathedralenviertel Saint Louis (Möglichkeit zur Kaffeepause vor dem Schloss oder auf dem Place Louis XII.),
auf den Spuren des Stachelschweines, dem Wappentier von Ludwig XII.,
Kutschfahrt auf die andere Seite der Loire nach Saint Saturnin (im Kreuzgang von Saint Saturnin genießen wir exklusiv für unsere Gruppe ein Buffet mit regionalen Produkten: Ziegenkäse, Wurst, Wein).
Nach dieser Mittagspause Fahrt nach Chambord, dem größten Loireschloss - ausführliche Außen- und Innenbesichtigung von Chambord. Rückfahrt zum Hotel, gemeinsames Abendessen und Übernachtung.

3.Tag: Mittwoch, 12. Mai 2010: Auf den Spuren von Leonardo da Vinci und berühmter Damen
Nach dem Frühstück Fahrt nach Chenonceaux. Bei einer etwa einstündigen Bootsfahrt auf dem Cher unterqueren wir die berühmte Galerie des Schlosses und besichtigen anschließend Chenonceaux, das Damenschloss. Mittagessen in Eigenregie in der Cafeteria oder auf dem Schlossgelände. Anschließend geht es in den Untergrund: Besichtigung der Champignonzucht von Bourré und der Steinbrüche des Tuffsteins, der für den Bau der Loireschlösser verwendet wurde.
Nachmittags Fahrt nach Amboise mit Besichtigung der Schlossanlage und der Hubertuskapelle –; ausführliche Besichtigung des Clos Lucé, wo Leonardo da Vinci die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Rückfahrt nach Blois ins Hotel, gemeinsames Abendessen und Übernachtung.

4.Tag: Donnerstag, 13. Mai 2010: In der Tourraine, auf den Spuren des hl. Martin von Tours
Nach dem Frühstück Verladen der Koffer und Fahrt nach Tours. Stadtführung mit Besuch der Kathedrale Saint Gatien, des bischöflichen Palais und Gang zum Viertel um die Basilika Saint Martin. Im Altstadtviertel schöne, restaurierte Fachwerkhäuser um den malerischen Place Plumereau mit Zeit für eine Kaffeepause. Kurze Fahrt nach Villandry mit seinen Rennaissance-Gartenanlagen. Mittagspause in Eigenregie im Schlossrestaurant. Anschließend Fahrt nach Azay le Rideau mit Besichtigung. Reizvolle Überlandfahrt durch das Tal des Indre nach Loches mit Stadtrundgang durch diese mittelalterliche Stadt. Weiterfahrt nach Saumur zum Hotel Mercure Bord de Loire; dort Abendessen und Übernachtung.

5.Tag: Freitag, 14. Mai 2010: Kirche und Adel
Frühstück im Hotel und anschließende Besichtigungen von Saumur. Mittags- bzw. Kaffeepause in Eigenregie. Fahrt nach Langeais mit Besichtigung dieser Trutzburg. Fahrt über Ussé und die Befestigungsanlagen von Chinon zur Abtei von Fontevraud. Rückfahrt zum Hotel und Freizeit. Abendessen und Übernachtung im Hotel.

6.Tag: Samstag, 15. Mai 2010: Mittelalterliche und moderne Tapisserien in Angers
Frühstück vom Buffet und Fahrt nach Angers. Dort Stadtrundgang und Besichtigung des Schlosses mit dem Wandteppichzyklus der Apokalypse. Mittagessen in Eigenregie. Nachmittags Besichtigung der Likördestillerie Cointreau mit Verkostung. Rückfahrt nach Saumur und Freizeit. Gemeinsames Abschieds-Abendessen in stilvollem Rahmen in einem Priorat mit schönem Panoramablick auf die Flusslandschaft der Loire. Übernachtung im Hotel.

7.Tag: Sonntag, 16. Mai 2010: Chartres und Rückreise nach Deutschland
Frühstück vom Buffet, Verladen der Koffer und Fahrt nach Chartres - ausführliche Besichtigung der Kathedrale. Mittagsimbiss und Heimreise.

Programmänderungen müssen vorbehalten bleiben.

Reiseleitung: Roland Reißmann
Teilnehmerzahl: min. 30, max. 45 Personen
Teilnehmergebühr: 1065,00 Euro p. P. im DZ, EZ-Zuschlag: 309,00 Euro
Leistungen:
Fahrt im komfortablen Reisebus mit Schlafsessel, Klima, Küche, WC, Sektbegrüßung im Bus, Picknick auf der Hinreise, 6 Übernachtungen mit Frühstücksbuffet (3 im Hotel Holiday Inn in Blois und 3 im Hotel Mercure in Saumur, alle Zimmer mit Dusche/WC), 5 Abendessen im Hotel, ein gemeinsames Abschieds-Abendessen im "Priorat, eine Kutschfahrt in Blois und Picknick im Kreuzgang von Saint Saturnin. Besichtigung der Champignonzucht von Bourré. Besuch und Führung in der Likördestillerie Cointreau mit Verkostung, alle Eintritte und Programmteile wie beschrieben und aufgeführt, fachliche Reiseleitung, Reisesicherungsschein und Reiserücktrittskostenversicherung.
Anmeldung:
Nur schriftlich mit dem entsprechenden Anmeldeschein, der in diesem Programmheft abgedruckt ist (S. **), bei Lais-Westermann, Bustouristik, Peter-Hausmann-Platz, 53332 Bornheim,
Tel.: 0 22 22 –; 93 82 50; Fax: 0 22 22 –; 93 83 51; E-Mail: olgas@t-online.de.
Internetadresse: www.europa-travel.de



Donnerstag, 3. bis Donnerstag, 10. Juni 2010
Achttägige Studienfahrt: "Auf den Spuren der Fugger sowie kirchlicher und weltlicher Fürsten"

Geplanter Reiseverlauf
1. Tag: Donnerstag, 3. Juni 2010 (Fronleichnam): Anreise von Pulheim nach Augsburg
Gegen Mittag Halt in Weikersheim. Das Schloss gilt als das schönste hohenlohische Schloss. Der Park nach dem Vorbild von Versailles ist einer der frühesten Barockgärten in Franken. Im Anschluss an die Schloss- und Parkbesichtigung Gelegenheit zum Mittagessen. Weiterfahrt entlang der Romantischen Straße nach Augsburg. Hotelbelegung und gemeinsames Abendessen.

2. bis 4. Tag: Freitag, 4. bis Sonntag, 6. Juni 2010: Bischofs- und Kaufmannsstadt Augsburg
Das mehr als 2000 Jahre alte Augsburg gehört zu den drei ältesten Städten Deutschlands und spielte besonders in der Renaissance, dem Rokkoko und dem Zeitalter der Industrialisierung europaweit eine bedeutende Rolle. Der Name der Stadt geht auf ein römisches Militärlager zurück. Die spätere Provinzhauptstadt Raetiens erhielt im Jahr 121 n. Chr. das römische Stadtrecht und ist seit der Spätantike Bischofsitz. Neben der Stadtheiligen Afra, trat im 10. Jh. der hl. Ulrich als bedeutender Bischof und Gefolgsmann Kaiser Ottos I. auf. In Erinnerung daran ist die Kirche St. Ulrich und St. Afra neben dem heute gotischen Liebfrauen-Dom die zweite bedeutende Kirche der Stadt. Den Dom, die Domschatzkammer und diese Kirche werden wir im Rahmen unserer Stadtführung besichtigen.
Im Laufe des Mittelalters bis in das 16. Jh. hinein entwickelte sich die Stadt zu einer wichtigen Handelsstadt. Später entstanden bekannte Sehenswürdigkeiten, die nicht zuletzt von den Kaufmannsgeschlechtern der Fugger und Welser finanziert wurden. Bis heute sind viele Zeugnisse in Gestalt von Patrizierhäusern zu erkennen, so etwa das Welserhaus (heute Maximilianmuseum) die Fuggerhäuser oder auch das ehemalige Haus derer von Stetten (heute Museum Schaezlerpalais), ferner der große Markt und das prächtige Rathaus mit dem Perlachturm, das über den Prachtbrunnen (Augustusbrunnen, Herkulesbrunnen und Merkurbrunnen) thront. Schließlich werden wir neben den genannten Museen einen weiteren interessanten Standort besichtigen: die Fuggerei mit der die älteste noch heute genutzte Sozialsiedlung der Welt, gestiftet von Jakob Fugger dem Reichen, im 16. Jh. entstand.
Führungen in Augsburg: Dr. Mechthild Isenmann

5. Tag: Montag, 7. Juni 2010: Fahrt nach Stuttgart
Auf unserem Weg nach Stuttgart machen wir einen Halt in Ulm. Bei einem geführten Spaziergang lernen wir die Stadt kennen. Gelegenheit zum Mittagessen. Im Anschluss besichtigen wir das gotische Münster, dessen Kirchturm mit 161,53 m der höchste der Welt ist. Weiterreise nach Stuttgart. Der Name der Landeshauptstadt geht einer Überlieferung zufolge auf das Jahr 950 n. Chr. zurück. Der damalige Herzog soll ein Gestüt für Stuten angelegt haben - den "Stuotengarten". Besonders das Handwerk und der traditionelle Weinbau ließen die schwäbische Stadt wachsen. Sie beherbergt heute wichtige Hightech-Unternehmen. Hotelbelegung und gemeinsames Abendessen.

6. Tag: Dienstag, 8. Juni 2010: Stuttgart
Stadtrundfahrt mit kleinem Stadtrundgang im Zentrum und Fahrt zum Fernsehturm. Von der Plattform aus hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt. Nach dem individuellen Mittagessen Fahrt zum Mercedes-Benz Museum. Dort Rundgang mit Audio-Guides. Gemeinsames Abendessen.

7. Tag: Mittwoch, 9. Juni 2010: Über Hechingen nach Tübingen
Fahrt nach Hechingen. Die Stadt war die Residenz der Fürsten von Hohenzollern-Hechingen. Bei einer Führung durch die Burg Hohenzollern lernen Sie ihre Geschichte kennen. Nach einem Mittagessen in der Burgschänke Weiterfahrt in die Universitätsstadt Tübingen. Bei einem geführten Spaziergang zur Stiftskirche sehen wir die Stadt mit ihren schönen Fachwerkhäusern. Rückkehr ins Hotel. Abend zur freien Verfügung.

8. Tag: Donnerstag, 10. Juni 2010: Rückfahrt über Ludwigsburg
Rückfahrt über Ludwigsburg; unterhaltsame Sonderführung durch das Schloss mit "...Plaudereien aus dem Nähkästchen und ein[em] Blick hinter die prächtigen Kulissen des höfischen Lebens...";
anschließend Spaziergang durch den Park mit Gelegenheit zum Mittagessen und Rundgang durch das barocke Ludwigsburg. Danach treten wir die Rückreise an.

Programmänderungen müssen vorbehalten bleiben.

Leitung: Fritz Thiele
Teilnehmerzahl: min. 20, max. 30 Pers
Teilnahmegebühr: 995,00 Euro p.P. im DZ, EZ-Zuschlag: 220,00 Euro
Leistungen: Reise mit einem modernen Reisebus, 7 Übernachtungen im Doppelzimmer inkl. Frühstücksbuffet, 3 x Abendessen, Reiseführer und Stadtrundgänge sowie Besichtigung lt. Programm, Reiseleitung. Auf Wunsch: Versicherungspaket.
Anmeldungen
Nur schriftlich mit dem entsprechenden Anmeldeschein, der in diesem Programmheft abgedruckt ist (S. **), bei Creativ Reiseagentur Kirsten Reimann, Volkhovenerweg 174, 50767 Köln, Tel. 02 21 –; 4 69 04 90




Montag, 19. bis Sonntag, 25. Juli 2010
Siebentägige Studienfahrt in die Oberlausitz: "Durch die Zeiten reisen –; Geschichte atmen –; alte Meisterwerke auf sich wirken lassen
Die Reise führt in den südlichen Teil der Lausitz, in die Oberlausitz. Sie ist eine alte Kulturlandschaft im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien. Die Lausitz, eine historische Landschaft zwischen mittlerer Elbe und mittlerer Oder im Flussgebiet von Spree und Neiße gliedert sich in zwei Großlandschaften: Im Norden die Niederlausitz, eine eiszeitlich geprägte Landschaft, die geographisch Teil des Norddeutschen Tieflandes ist, im Süden die Oberlausitz, die mit dem Oberlausitzer Bergland Anteil am Deutschen Mittelgebirge hat. Hier wurde in vielen Dörfern Leinenweberei in Heimarbeit betrieben. Davon zeugen noch heute die hölzernen Lausitzer Umgebindehäuser. Ursprünglich war die Lausitz Siedlungsgebiet der slavischen Lusizer. Noch heute lebt hier eine slavische Minderheit von rund 60.000 Sorben. Wegweiser, Ortsschilder und Straßennamen sind in zahlreichen Orten in zwei Sprachen –; Deutsch und Sorbisch –; geschrieben.
Unser Standquartier ist im ältesten Zisterzienserinnen-Kloster Deutschlands (1234 gegründet) St. Marienthal an der Neiße. Die aus dem 17. Jh. stammenden heutigen Gebäude der weitläufigen barocken Klosteranlage wurden vor einigen Jahren umfassend saniert. 1992 gründeten die Zisterzienser-Schwestern eine internationale Begegnungsstätte mit einem modernen Gästehaus, mit Klosterbäckerei, Klostergärtnerei und einer historischen Klosterschänke. Hier am Eingang des romantischen Neißetals erleben wir wohltuende Ruhe und Spiritualität. Von hier aus werden wir Tagesfahrten (mit einer speziellen Reiseleitung) zu Zielen in der Oberlausitz und in Tschechien (Böhmen) unternehmen. Zu einigen Zielen werden wir der "Via Sacra, einer neuen touristischen Kulturroute, folgen. Sie führt zu bedeutenden Stätten mitteleuropäischer Kultur und Frömmigkeit, die vom Jahrhunderte langen Miteinander von Deutschen, Sorben, Polen und Tschechen in diesem Raum zeugen.

Geplanter Reiseverlauf
1. Tag: Montag, 19. Juli 2010: Anreise mit Besuch von Arnstadt
Von der Abtei Brauweiler aus fahren wir über die Autobahn nach Arnstadt. Besichtigung der Johann-Sebastian-Bachkirche (Neue Kirche). Anschließend Mittagspause mit Möglichkeit zum Imbiss. Danach bringt uns der Bus zum Kloster St. Marienthal in Ostritz an der Neiße. Abendessen im Klosterhotel.

2. Tag: Dienstag, 20. Juli 2010: Kloster St. Marienthal –; Zittau –; Zittauer Bergland
Nach dem Frühstücksbuffet Führung durch die weitläufige barocke Klosteranlage St. Marienthal mit Klosterkirche, Kreuzkapelle, Garten der Bibelpflanzen und Ausstellung "ora et labora in der ehemaligen Klosterbrauerei. Anschließend Fahrt nach Zittau und Stadtführung. Im Museum "Kirche zum Heiligen Kreuz" besichtigen wir das Große Zittauer Fastentuch von 1472 (sog. "Zittauer Bibel") mit 90 biblischen Szenen. Anschließend Fahrt ins Zittauer Bergland zur Rübezahlbaude in Waltersdorf nahe der Grenze zu Tschechien am Fuß der Lausche, dort Mittagspause. Fahrt durch das Bergland nach Oybin, "Perle der Oberlausitz", Besuch der Berg-(Hochzeits-)kirche aus dem 18. Jh. Rückfahrt zum Kloster St. Marienthal, Abendessen im Klosterhotel.

3. Tag: Mittwoch, 21. Juli 2010: Görlitz –; einstige Hauptstadt der Lausitz
Nach dem Frühstücksbuffet Fahrt "auf den 15. Grad östlicher Länge" nach Görlitz und Führung durch die historische Altstadt mit Besichtigung des "Heiligen Grabes". Führung durch die östlichste Stadtkirche Deutschlands, die spätgotische Stadtkirche St. Peter und St. Paul (1423-1497). Vorspiel auf der barocken Sonnenorgel des Orgelbauers Eugenio Casparini, die seit 1997 mit einem Werk der Glarner Orgelbaufirma Hermann Mathis versehen ist. Die Orgel ist durch den Reigen barocker Spielereien bekannt (Spielregister "Sonne, Nachtigall, Vogelgesang, Kuckuck und Tamburo"). Individuelle Mittagspause, anschließend Zeit zur freien Verfügung. Rückfahrt zum Kloster St. Marienthal, Abendessen im Klosterhotel.

4. Tag: Donnerstag, 22. Juli 2010: Fahrt durch das Land der Sorben: Die Oberlausitz
Nach dem Frühstücksbuffet Fahrt zum Museumsdorf bei Rietschen am Erlichtteich. Hier wurden seit 1990 denkmalgeschützte Schrotholzhäuser, die dem Braunkohlebergbau weichen mussten, wieder aufgebaut. Das Museumsdorf vermittelt das Bild eines Lausitzer Heidedorfes aus dem 19. Jh. Weiterfahrt zur UNESCO-Weltkulturerbestätte Landschaftspark Bad Muskau, der von der Neiße durchflossen wird: "Pücklers Park im Herzen der Lausitz". Hermann, Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871), war epochaler Landschaftsgärtner, herausragender Schriftsteller und extravaganter Lebenskünstler des 19. Jhs.; Besichtigung der aufwändig restaurierten Residenz des Fürsten Pückler, des "rosaroten Schlosses", mit Ausstellung zum "Verrückten Fürsten. Individuelle Mittagspause mit Möglichkeit zu einem Imbiss entweder in Rietschen oder in Bad Muskau (wird vor Ort entschieden). Anschließend Fahrt durch das Lausitzer Seenland nach Schleife zum Sorbischen Kulturzentrum (auf Sorbisch: "Serbski kulturny centrum Slepo"). Abendessen in der Sorbenscheune mit Bedienung in Tracht bei Sorbisch-Sächsischem Buffet. Möglichkeit des Gespräches mit der Wirtin und Besichtigung der Heimatstube. Rückfahrt nach St. Marienthal gegen 21.30 Uhr.

5. Tag: Freitag, 23. Juli 2010: Fahrt durch das Oberlausitzer Bergland: Bautzen und Herrenhut
Nach dem Frühstücksbuffet Fahrt durch das Oberlausitzer Bergland nach Bautzen (sorbisch: Budyin), dem über 1000 Jahre alten Zentrum der Oberlausitz. Führung durch die historische Altstadt und Besichtigung des ehemaligen Stasigefängnisses (heute Gedenkstätte). Nach der Mittagspause Fahrt nach Herrenhut. Hier fanden 1722 verfolgte "Böhmische Brüder", die sich auf den Reformator Jan Hus beriefen, Asyl. Es entstand die Evangelische Brüder-Unität "Herrenhuter Brüdergemeinde". Führung durch die Kirche der Brüdergemeinde, Besuch des Gottesackers. Rückfahrt nach St. Marienthal, Abendessen im Klosterhotel.

6. Tag: Samstag, 24. Juli 2010: Auf den Spuren Albrechts von Wallenstein nach Nordböhmen
Nach dem Frühstücksbuffet folgen wir auf längeren Strecken der Via Sacra nach Reichenberg (Liberec), dort Rundgang mit Führung durch die Altstadt. Hier ist eine individuelle Mittagspause möglich. Anschließend Fahrt nach Münchengrätz / Mnichovo Hraditeě, dort Führung durch das Renaissanceschloss (1602-1606 erbaut), das 1620 in den Besitz des kaiserlichen Feldherrn und Herzogs Albrecht von Wallenstein kam. Besichtigung der St.-Anna-Kapelle, in der seit 1785 die sterblichen Überreste Wallensteins in einer Gruft ruhen. Letzte Station der Reise durch Böhmen ist Gablonz, Mittelpunkt der weltbekannten Gablonzer Glas- und Schmuckindustrie, dort Besichtigung des Glas- und Schmuckmuseums (ein Jugendstilbau). Rückfahrt nach St. Marienthal, Abendessen im Klosterhotel.

7. Tag: Sonntag, 25. Juli 2010: Jagd- und Lustschloss Moritzburg und Heimreise
Nach dem Frühstücksbuffet treten wir die Rückreise an, die wir nordwestlich von Dresden am barocken kurfürstlichen Jagd- und Lustschloss Moritzburg unterbrechen, Besichtigung und Führung durch das Jagdschloss. Anschließend Mittagessen (sächsische Küche) unmittelbar in der Nähe von Schloss Moritzburg. Danach Heimreise nach Brauweiler.

Programmänderungen müssen vorbehalten bleiben.

Leitung: Peter Schreiner in Zusammenarbeit mit örtlichen Reisebegleitern
Teilnehmerzahl: min. 30, max. 45 Personen
Teilnahmegebühr: 715,00 Euro p.P. im DZ, EZ-Zuschlag: 60,00 Euro
Leistungen:
Fahrt im Fernreisebus mit Schlafsessel, Klima, WC, Küche, Sektbegrüßung im Bus, 6 Übernachtungen im modernen Gästehaus des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal (Zimmer mit Dusche/WC) mit Frühstücksbuffet, 5 Abendessen in St. Marienthal, ein Abendessen in der Sorbenscheune, ein Mittagessen in der Rübezahlbaude, ein Mittagessen in Moritzburg, alle Führungen und Eintritte, besondere Reisebegleitung bei den Tagesfahrten, Reisesicherungsschein, Reiserücktrittskostenversicherung.
Anmeldung:
Nur schriftlich mit dem entsprechenden Anmeldeschein, der in diesem Programmheft abgedruckt ist (S. **), bei Lais-Westermann, Bustouristik, Peter-Hausmann-Platz, 53332 Bornheim,
Tel.: 0 22 22 –; 93 82 50; Fax: 0 22 22 –; 93 83 51; E-Mail: olgas@t-online.de.
Internetadresse: www.europa-travel.de



Sonntag, 15. bis Freitag, 27. August 2010
Große Studienfahrt nach Polen: "Königin Richeza, Polen und das Rheinland –; Auf den Spuren einer 1000jährigen Beziehung"
Die Reise folgt der Spur einer alten historischen Beziehung zwischen dem Rheinland und Polen im 11. Jahrhundert. Sie ist begründet in der Person der Richeza, die im Jahre 1025 als erste polnische Königin den Thron der Piasten bestieg. Sie war eine Tochter des lothringischen Pfalzgrafen Ezzo, der mit seiner Gemahlin Mathilde die Abtei Brauweiler gründete. Über ihre Mutter Mathilde war Richeza mit dem damals herrschenden fränkisch-deutschen Kaiserhaus der Ottonen verwandt. Als im Jahre 1000 Kaiser Otto III. und Herzog Boleslaw der Tapfere am Grab des hl. Adalbert in Gnesen ein Freundschaftsbündnis schlossen, wurde eine Eheverbindung zwischen dem fränkisch-deutschen und polnischen Herrscherhaus beschlossen.
Während der Regierungszeit Richezas und Mieszkos sowie der ihres Sohnes Kazimierz (der Erneuerer) und seiner Nachkommen entstanden intensive kulturelle Beziehungen zwischen dem jungen Piastenstaat und dem Land an Rhein und Maas. Eine besondere Rolle kam hierbei der Abtei Brauweiler zu. Noch heute legen zahlreiche Kirchen- und Klosterbauten in Polen ein sichtbares Zeugnis dieser Verbindung ab.
Die Reise folgt nicht nur dieser alten historischen Beziehung, sondern will auch mit bedeutenden Stationen der polnischen Geschichte und Kultur bekannt machen. Im Rahmen des Chopin-Gedenkjahres 2010 wird ein Besuch in Żelazowa Wola mit einem Konzert in Chopins Geburtshaus einen besonderen Akzent setzen.
Die Reiseteilnehmer erhalten während der Reise begleitend zu den Besichtigungen ausführliches und anschaulich gestaltetes Seminarmaterial zur Landesgeschichte und zu den Städten, die besucht werden.

Geplanter Reiseverlauf
1. Tag: Sonntag, 15. August 2010: Hinreise bis Breslau
Abendessen im Hotel in Breslau, anschließend Gelegenheit zu einem Gang durch die Altstadt zum Rathausplatz mit den berühmten Bürgerhäusern. In Breslau treffen wir unsere polnische Dolmetscherin.

2. Tag: Montag, 16. August 2010: Breslau
Vormittags Führung über die Dominsel mit Dom St. Johannes der Täufer und über die Sandinsel mit der gotischen Kirche Maria auf dem Sande; Rückweg vorbei an der Universität in die Altstadt zum Rathausplatz, Gelegenheit zum Mittagessen. Anschließend Weiterfahrt nach Krakau, Abendessen im Hotel in Krakau.

3. Tag: Dienstag, 17. August 2010: Königliches Krakau mit Altstadt und Wawel
Vormittags Führung durch die Altstadt u. a. mit Barbakane, Ulica Florianska (Floriansgasse), Hauptmarkt (einer der größten mittelalterlichen Plätze Europas) mit Tuchhallen und Marienkirche, Collegium Maius usw. Nachmittags: Besuch auf dem Wawel (Schloss mit Museum, Schatzkammer und Kathedrale des hl. Wenzel und hl. Stanislaus). Abendessen im Hotel in Krakau.

4. Tag: Mittwoch, 18. August 2010: Jüdisches Krakau mit Kazimierz und christliches Krakau mit der Abtei Tyniec
Vormittags Führung durch die von König Kazimierz Wielki (dem Großen) gegründete Vorstadt Kazimierz, wo seit dem 15. Jh. Juden leben. Hier wurde 1872 Helena Rubinstein (Gründerin des Kosmetikkonzerns) geboren. Besichtigung der Synagoge Remuh und des zugehörigen jüdischen Friedhof Remuh (einer der ältesten jüdischen Friedhöfe in Europa); Besuch in der Alten Synagoge (heute jüdisches Museum). Danach Einkehr im Café "Ariel" (Gelegenheit zu einem koscheren Imbiss). Nachmittags Fahrt nach Krakau-Tyniec zur Benediktinerabtei. Hier sind die Spuren Richezas und ihres Sohnes Kazimierz deutlich fassbar. Die Abtei auf einem Felsen oberhalb der Weichsel wurde unter Kazimierz mit Hilfe Richezas gegründet. Gründungsabt Aaron war der Überlieferung nach ein Mönch aus der Abtei Brauweiler. In der Abtei Tyniec wird Pater Zygmunt Galoch OSB führen. Abendessen im Hotel in Krakau.

5. Tag: Donnerstag, 19. August 2010: Von Krakau über Tschenstochau (Częstochowa) nach Warschau
Führung durch das im 15. Jh. entstandene historische Paulinerkloster auf dem "Hellen Berg" (Jasna Góra) mit der berühmten Schwarzen Madonna, dem am meisten verehrten Bild der Muttergottes in Polen. In Tschenstochau Gelegenheit zum Mittagessen; danach Weiterfahrt nach Warschau,
Abendessen im Hotel in Warschau.

6. Tag: Freitag, 20. August 2010: Warschau, Hauptstadt Polens
Führung durch Altstadt (Stare Miasto) und Neustadt (Nowe Miasto) zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten (u.a. Altstädter Markt, Kathedrale St. Johann, Königsschloss und Sigismund-Säule, Barbakane, Denkmal des Kleinen Aufständischen, Neustädter Markt mit Sakramentinerinnenkirche, Denkmal des Warschauer Aufstands der Armia Krajowa im Jahr 1944. Mittagspause, Gelegenheit zum Mittagessen, danach Fahrt mit dem Bus zu zwei besonderen Denkmälern der jüngeren Geschichte: Denkmal der Ghettohelden und Denkmal für die Opfer von Katyn und des russischen Überfalls auf Polen, anschließend Fahrt zum Palast für Kultur und Wissenschaft, der 1952-1955 als umstrittenes "Geschenk der Sowjetunion" erbaut wurde. Liftfahrt zur Aussichtsgalerie. Abendessen im Hotel in Warschau.

7. Tag: Samstag, 21. August 2010: Königliches Warschau - Wilanów, das "polnische Versailles"
Vormittags Fahrt entlang eines Teils des alten "Königswegs", der vom Königsschloss zu den sommerlichen Königsresidenzen Ujazdów und Łazenki führt, zu Schloss Wilanów, wo der Weg endet. Führung durch die ehemalige Vorstadtresidenz König Jan Sobieskis III. Nach einer Mittagspause mit Gelegenheit zum Essen Rückfahrt in die Altstadt und Zeit zur freien Verfügung. Abendessen im Hotel in Warschau.

8. Tag: Sonntag, 22. August 2010: Erinnerung an Frédéric Chopin (1810-1849)
Anlässlich der Erinnerung an Chopins Geburt vor 200 Jahren vormittags Fahrt nach Żelazowa Wola zum Geburtshaus Chopins (Konzert), anschließend Rückfahrt nach Warschau, Gelegenheit zum Mittagessen. Nachmittags Besuch des Łazenki-Parks mit der ehemaligen Sommeresidenz des letzten polnischen Königs Stanisław August Poniatowski. Im Park u. a. ein 1904 errichtetes Jugendstildenkmal von Frédérik Chopin. Abendessen im Hotel in Warschau.

9. Tag: Montag, 23. August 2010: Von Warschau nach Großpolen, dem Zentrum des alten Königreichs
Abfahrt von Warschau nach Gnesen, dem Zentrum der frühen Piastenherrscher. Unterwegs in Tum pod Łeczyca Besichtigung der romanischen Stiftskirche St. Maria und St. Alexius, die vor 1161 auf den Fundamenten einer älteren Benediktiner-Abteikirche (vermutlich aus der Zeit des Kazimierz) erbaut wurde. Abends Ankunft in Gnesen, dem alten Zentrum des Königreichs Polen unter den frühen Piastenherrschern, wo im Jahre 1000 Kaiser Otto III. und Herzog Bolesław der Tapfere ihr Freundschaftsbündnis, die "Gnesener Vereinbarung", am Grab des hl. Adalbert (Wojciech) und die Eheverbindung Richezas und Mieszkos vereinbarten. Abendessen im Hotel in Gnesen.

10. Tag: Dienstag, 24. August 2009: Zentren des Königreichs von Richeza und Mieszko: Gnesen und Ostrów Lednicki
Vormittags Führung in Gnesen mit Dom (Bronzetüren mit Szenen aus dem Leben des hl. Märtyrers Adalbert). Mittagpause mit Gelegenheit zum Mittagessen. Nachmittags Fahrt zum Freilichtmuseum Ostrów Lednicki, wo sich auf der Insel im Lednicka-See die monumentalen Überreste eines Königspalastes aus der Zeit Richezas und Mieszkos befinden. Abendessen im Hotel in Gnesen.

11. Tag: Mittwoch, 25. August 2009: Romanische Kirchen in Großpolen
Nach einer ersten Welle geistig-kultureller Einflüsse aus dem Land zwischen Rhein und Maas, die mit Richezas und Mieszkos Vermählung nach Polen gekommen waren, folgte eine zweite Welle zur Zeit ihres Sohnes Kazimierz, die unter seinen Nachkommen und anderen weltlichen Fürsten während des 13. Jhs. andauerte. Die damals entstandenen Kirchenbauten weisen Einflüsse rhein-maasländischer Romanik auf.
Auf einer Tagesfahrt ins Land um Gnesen besuchen wir einige dieser Kirchenbauten:
die ehemalige Stiftskirche St. Peter und St. Paul (heute Pfarrkirche St. Maria) in Kruszwica,
die ehemalige Kloster- und jetzige Pfarrkirche der Hl. Dreifaltigkeit und der hl. Jungfrau Maria in Strzelno sowie die Rotunde St. Prokop, beide 12./13. Jh.,
die romanische Benediktiner-Klosterkirche St. Johannes Evangelist in Mogilno, entstanden um die Mitte des 12. Jhs., eine der bedeutendsten Baudenkmäler Masowiens. Beeindruckend sind die beiden Krypten,
die Kirche der ehemaligen Augustinerchorherren-Abtei St. Adalbert in Tremeszno, die über den Fundamenten von zwei älteren romanischen Kirchen aus dem 11. und 12. Jh. erbaut wurde und in der heute noch Reste der romanischen Vorgängerbauten zu sehen sind.
Abendessen im Hotel in Gnesen.

12. Tag: Donnerstag, 26. August 2010: Posen, Hauptstadt der Wojewodschaft Großpolen
Zunächst Führung über die Dominsel, dem historischen Ausgangsort der Stadt Posen, mit der Kathedrale St. Peter und St. Paul, darin die "Goldene Kapelle" (Mausoleum für die ersten polnischen Herrscher Mieszko I. und Bolesław dem Tapferen). Im Dom befinden sich auch die Gräber von König Mieszko II. (Richezas Ehemann) und Herzog Kazimierz I. (Richezas Sohn). Nach einer Mittagspause mit Gelegenheit zum Mittagessen Führung durch die Altstadt von Posen mit Markt, Rathaus und Bürgerhäusern. Abendessen im Hotel in Gnesen.

13. Tag: Freitag, 27. August 2010: Rückreise
Unterwegs werden entsprechend Pausen eingelegt.

Programmänderungen müssen vorbehalten bleiben.

Reiseleitung: Peter Schreiner
Höchstteilnehmerzahl: min. 25, max. 44 Personen
Teilnahmegebühr: bei 25-34 Teilnehmer: 1.498,00 Euro
bei 35-44 Teilnehmer: 1.286,00 Euro
EZ-Zuschlag: 320,00 €

Leistungen:
Ganztägige Reiseleitung durch den Reiseleiter und ein(en/e) polnische(n) Dolmetscher(in); Fahrt im klimatisierten Fernreisebus, 12 Übernachtungen (eine in Breslau, 3 in Krakau, 4 in Warschau, 4 in Gnesen) mit Frühstück und Abendessen (alle Zimmer mit Bad/Dusche, WC), Eintritte, Führungen, Informationsmaterialien, Reisesicherungsschein, Reiserücktrittsversicherung.
Anmeldung:
Nur schriftlich mit dem entsprechenden Anmeldeschein, der in diesem Programmheft abgedruckt ist (S. **) bei Lais-Westermann, Bustouristik, Peter-Hausmann-Platz, 53332 Bornheim,
Tel.: 0 22 22 –; 93 82 50; Fax: 0 22 22 –; 93 83 51; E-Mail: olgas@t-online.de.
Internetadresse: www.europa-travel.de



Montag, 28. September bis Sonntag, 3. Oktober 2010
Sechstägige Studienfahrt rund um den Bodensee: "Europäische Kunst- und Kulturlandschaft am Fuß der Alpen
Der Bodensee, in Form und Gestalt das Ergebnis der letzten Eiszeit, erhielt von den Römern –; nach ihrem Militärstützpunkt Bregenz –; die Bezeichnung "Lacus Brigantinus". Erst im 10. Jh. kam der Name "Lacus Bodamicus" nach der Kaiserpfalz Bodman auf. Die Ufer des Sees sind altes Siedlungsland, wo schon in der Jungsteinzeit Pfahlbausiedlungen entstanden. Maßgebliche kulturelle Impulse gingen im frühen Mittelalter von Klostergründungen wie St. Gallen oder von den Klöstern auf der Insel Reichenau aus. Die Geschichte hinterließ ihre Spuren aus allen Jahrhunderten vom Mittelalter bis in unsere Zeit. Seit dem 19. Jh. zog es vor allem Schriftsteller, Künstler und Komponisten an den Bodensee. Von dem Schriftsteller William Becher (1898-1969) stammt der Satz: "Der Bodensee ruft den Maler, den Dichter", und Rudolf Hagelstange meinte gar: "Am Bodensee fischt und dichtet man gleichermaßen." Es wundert nicht, dass "die Höri ein Refugium für Dichter" wurde. Zu diesen gesellten sich dann auch Maler, wie der von den Nationalsozialisten diffamierte Otto Dix. Auf unserer Studienfahrt wollen wir die Spuren entdecken, welche die wechselvolle Geschichte dieser Kunst- und Kulturlandschaft und hier lebende Künstler und Schriftsteller hinterlassen haben. Aber auch ein noch lebender Bodensee-Künstler, der nicht unumstrittene Peter Lenk, wird uns mit seinen "Lenkmälern" (statt "Denkmälern") auf unserer Bodenseereise begegnen.

Geplanter Reiseverlauf
1. Tag: Dienstag, 28. September 2010: Anreise über Ulm mit Münster und Fischerviertel
Abfahrt ab Brauweiler. Mittagsrast im Raum Stuttgart, danach Weiterfahrt nach Ulm. Bei einer Stadtführung besuchen wir das Münster und gehen anschließend durch das idyllisch an der Mündung von Blau und Donau gelegene Fischerviertel. Mit seinen verwinkelten Gassen, engen Durchgängen, kleinen Brücken und Stegen vermittelt das bedeutende Altstadtensemble einen Eindruck mittelalterlichen Lebens. Anschließend Weiterfahrt zum Bodensee nach Friedrichshafen. Hotelbelegung und Abendessen im Hotel.

2. Tag: Mittwoch, 29. September 2010: Auf den Spuren einer langen Geschichte und der Erinnerung an Annette von Droste-Hülshoff
Nach dem Frühstücksbuffet beginnt unsere Spurensuche im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen (1922 gegründet), wo nach archäologischen Befunden rekonstruierte Pfahlbaudörfer einen Einblick in die älteste Besiedlung der Ufer des Bodensees geben. Anschließend Fahrt nach Meersburg, wo die aus Westfalen stammende Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff von 1841 bis zu ihrem Tod 1848 lebte. Besuch im Droste-Museum Fürstenhäusle mit Führung, Stadtrundgang zur Burg, wo die Schriftstellerin die letzten Jahre ihres Lebens im Turmzimmer wohnte und am 24. Mai 1848 starb ("Auf der Burg haus' ich am Berge, unter mir der blaue See...). Nach einer Mittagspause in Meersburg, fahren wir zum Schloss Salem, dem einst bedeutendsten Zisterzienserkloster Süddeutschlands, heute Wohnsitz des Markgrafen von Baden, Weingut des Markgrafen und renommiertes Internat. Nach der Führung Freizeit zum individuellen Besuch des Weintorkels mit markgräflichem Wein oder der Klosterscheune mit Kaffee und Kuchen. Rückfahrt zum Hotel und Abendessen.

3. Tag: Donnerstag, 30. September 2010: Die Halbinsel Höri, ein Refugium der Schriftsteller und Maler: Auf den Spuren von Hermann Hesse und Otto Dix
Nach dem Frühstücksbuffet Abfahrt entlang des Bodensees zur Halbinsel Höri am Untersee. Diese Landschaft am Bodensee entdeckten um 1900 bedeutende Literaten, darunter auch der Schriftsteller Hermann Hesse (1877-1962). Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs folgten Maler. Sie zog der mediterrane Charakter der Bodenseelandschaft mit den am See herrschenden Lichtverhältnissen an. In den 1930er Jahren wurde die Höri ein Refugium für Künstler, die entweder von den Nationalsozialisten verfolgt und mit Arbeitsverboten belegt worden, [z. B. Otto Dix (1891-1969)] oder deren Ateliers durch Kriegseinwirkung zerstört worden waren, [z. B. Ferdinand Macketanz (1902-1970) oder Erich Heckel (1883-1970)].
Vormittags werden wir in Gaienhofen den Spuren Hermann Hesses folgen und nehmen an einer Führung im Hermann-Hesse-Höri-Museum teil. Anschließend fahren wir in die Schweiz nach Stein am Rhein. Gelegenheit zu einer individuellen Mittagspause. Beim Besuch des von Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde gegründeten Klosters St. Georgen erhalten wir einen anschaulichen Eindruck vom mittelalterlichen Klosterleben. Die Rückfahrt führt über Hemmenhofen (Besuch im Otto-Dix-Haus) nach Friedrichshafen, Abendessen im Hotel.

4. Tag: Freitag, 01. Oktober 2010: "Das geht auf keine Kuhhaut": Die Klosterkirche Birnau –; Die Insel Reichenau und der Skulpturengarten des Peter Lenk
Nach dem Frühstücksbuffet erwartet uns eine Fahrt der Gegensätze. Am Südhang des Überlinger Sees besuchen wir die von Rebgärten umgebene barocke Klosterkirche Birnau mit individueller Besichtigung. Weiterfahrt zur Insel Reichenau (seit 2000 UNESCO-Weltkulturerbe). Auf einer Inselrundfahrt erfahren wir, warum diese Insel bereits seit dem frühen Mittelalter als "Richen Ow bezeichnet wird. Denkmäler von Weltrang stellen die drei mittelalterlichen Kirchen dar; Gemüse- und Weinanbau hat eine 1000jährige Tradition ebenso wie die Fischerei. Eine kurze Besichtigung der Oberzeller Kirche St. Georg mit ihrem berühmten biblischen Gemäldezyklus. Ein Gemälde von 1308 zeigt das Motto des Tages "Das geht auf keine Kuhhaut (Math. 12, 36-37). Nach einer Mittagspause im Fisch-Imbiss bei Stefan Riebel in Oberzell Besichtigung eines Gemüseanbaubetriebes. Die Rückfahrt führt über Bodman, wo wir einen Blick in den Skulpturengarten mit den Abgüssen einiger umstrittener "Lenkmäler des ebenso umstrittenen Künstlers Peter Lenk werfen können. Rückfahrt nach Friedrichshafen. Abendessen im Hotel.


5. Tag: Samstag, 02. Oktober 2010: Auf den Spuren Napoleons III.
Nach dem Frühstücksbuffet Fahrt zum Fährhafen von Meersburg. Überfahrt nach Konstanz, von dort über Kreuzlingen / Schweiz entlang des Untersees zum Schloss Arenenberg bei Mannenbach-Salenstein. Hier steht oberhalb eines restaurierten Landschaftsparks das Schloss Arenenberg, welches 1796 Hortense de Beauharnais kaufte und das sie bis zu ihrem Tod 1837 bewohnte. Durch die Heirat ihrer Mutter Joséphine mit Napoleon Bonaparte war sie Stieftochter des Korsen geworden, der sich 1804 zum französischen Kaiser krönte. 1802 heiratet sie Napoleons Bruder Louis (1778-1846), von dem sie sich 1810 trennte. Nach Napoleons Niederlage bei Waterloo aus Frankreich vertrieben, fanden sie und ihr Sohn, der spätere Kaiser Napoleon III. Asyl am Bodensee. Eine Rundgang durch das Schloss kommt einer Zeitreise durch das 19. Jh. gleich. Danach Möglichkeit für einen Mittagsimbiss und Rückfahrt nach Konstanz mit Freizeit für einen individuellen Stadtrundgang. Ausklingen lassen wir unsere Zeitreise zu Napoleon im Haus des Winzervereins in Hagenau, wo uns eine fachliche Weinprobe mit kurzer Kellerführung erwartet. Es werden fünf Weine verkostet und dazu wird Brot gereicht (Dauer ca. 2 Std.). Anschließend Rückfahrt nach Friedrichshafen. Abendessen im Hotel.

6. Tag: Sonntag, 03. Oktober 2010: Heimreise über die Schwäbische Alb
Nach dem Frühstücksbuffet treten wir die Rückreise an. Dabei folgen wir Abschnitten der Oberschwäbischen Barockstraße über Bad Saulgau und Riedlingen zum alten Kloster- und Wallfahrtsort Zwiefalten. Besichtigung des Münsters "Unserer lieben Frau (erbaut 1739-1765 von Johann Michael Fischer), eines der bedeutendsten Bauwerke des Spätbarocks in Deutschland.
Weiterfahrt nach Lichtenstein-Honau am Nordrand der Schwäbischen Alb zum Restaurant "Forellenhof". Gelegenheit zum Mittagessen mit Fisch oder Fleisch aus dem Schwabenland (nicht im Reisepreis enthalten). Anschließend Heimreise.

Programmänderungen müssen vorbehalten bleiben.

Leitung: Peter Schreiner und Karl-Heinz Westermann
Teilnehmerzahl: min: 30, max. 45 Personen
Teilnahmegebühr: 569,00 Euro p. P. im DZ, EZ-Zuschlag: 92,00 Euro
Leistungen:
Fahrt im komfortablen Reisebus mit Schlafsessel, Klima, WC, Küche, Sektbegrüßung im Bus, 5 Übernachtungen im Seehotel Friedrichshafen **** (Zimmer mit Dusche/WC) mit Frühstücksbuffet und Abendessen (3-Gang-Menü oder Buffet), alle Tagesfahrten, alle Eintritte und Führungen, Inselrundfahrt auf der Reichenau mit örtlichem Reiseleiter, Besuch eines Gemüseanbaubetriebs auf der Reichenau, Weinprobe mit 5 Weinen in Hagenau, Reisesicherungsschein, Reiserücktrittskostenversicherung.
Anmeldung:
Nur schriftlich mit dem entsprechenden Anmeldeschein, der in diesem Programmheft abgedruckt ist (S. **), bei Lais-Westermann, Bustouristik, Peter-Hausmann-Platz, 53332 Bornheim,
Tel.: 0 22 22 –; 93 82 50; Fax: 0 22 22 –; 93 83 51; E-Mail: olgas@t-online.de.
Internetadresse: www.europa-travel.de



<- Zum Lexikon